IT-Freiberuflerstudie 2017: Fast 50 Prozent der IT-Fachkräfte in Unternehmen kommen von außen

  • Über 50 Prozent der befragten Unternehmen schätzen Relevanz von Freiberuflern in den nächsten zwei Jahren als „groß“ oder „sehr groß“ ein
  • Erfolgsmodell Mixed Teams weiter auf dem Vormarsch
  • Rechtliche Rahmenbedingungen beschäftigen vor allem Selbstständige stark

Wiesbaden, Mai 2017 – Die Bedeutung von Freiberuflern im IT-Segment nimmt laut der neuesten IT-Freiberufler-Studie von IDG Business Research Services in Zusammenarbeit mit dem Personal- und Projektserviceanbieter Allgeier Experts immer stärker zu: Über die Hälfte der befragten Unternehmen erwartet, dass die Relevanz externer IT-Fachkräfte in den kommenden zwei Jahren „groß“ oder „sehr groß“ sein wird. Vor zwei Jahren erwarteten dies gerade einmal 30 Prozent. Dabei kommen bereits jetzt schon fast 50 Prozent der IT-Fachkräfte von außen. Wie wichtig externes Personal angesichts der großen Themen IT-Security, Mobility, Business Intelligence/Analytics, Virtualisierung und Cloud Computing tatsächlich ist, belegen außerdem die steigenden Durchschnittsstundensätze der Freiberufler und der zunehmende Rückgriff von Unternehmen auf Mixed Teams. Gebremst wird die Euphorie nach wie vor durch rechtliche Rahmenbedingungen: Mit 68,2 Prozent wurden gesetzliche Vorschriften bzw. Regelungen von Freiberuflern als größte Herausforderungen genannt und damit knapp 16 Prozent häufiger als noch vor einem Jahr. Thomas Götzfried, Vorstand von Allgeier Experts: „Die anhaltend hohe Nachfrage nach IT-Fachkräften zeigt einerseits, dass der Weg in die digitale Zukunft nur über externe Spezialisten führt. Zugleich belegt die immer stärkere Diversifizierung der Teams, welche langfristigen Trends den Markt bestimmen – und wie auch Dienstleister aufgestellt sein müssen, um den Anforderungen von Unternehmen wie Selbstständigen heute gerecht zu werden.“

Die Ergebnisse der Studie ermittelte IDG Business Research Services im Rahmen einer Onlinebefragung, für die insgesamt 917 Interviews geführt und analysiert wurden. Unter den Befragten waren 578 IT-Freiberufler und 339 Unternehmen, die IT-Selbstständige einsetzen.

Nachfrage und Stundensätze weiter steigend
Der Einsatz von Freiberuflern steigt laut der Erhebung weiter stark an. 69,3 Prozent der befragten Unternehmen haben demnach in den letzten zwölf Monaten externe IT-Fachkräfte beschäftigt. Der Anteil der Unternehmen, für die solche Experten keine oder nur eine geringfügige Rolle spielen, bewegt sich gerade einmal bei rund 2,6 Prozent. Die steigende Nachfrage spüren auch die Freiberufler: Um 4,08 Euro auf 88,13 Euro hat sich der durchschnittlich erzielte Stundensatz der Befragten im Jahr 2016 erhöht. Und auch der Anteil derjenigen, die als Selbstständige mehr als 120.000 Euro umsetzen konnten, hat sich von 34,4 Prozent im Vorjahr auf rund 41 Prozent erhöht.

Neue Personalkonzepte: Unternehmen setzen auf Mixed Teams
Um ihren Arbeitskräftebedarf auch angesichts dynamischer Märkte und sich rasch ändernder Voraussetzungen erfolgreich decken zu können, setzen Unternehmen immer stärker auf Mixed Teams, in denen Festangestellte und Projektmitarbeiter erfolgreich zusammenarbeiten. Der Anteil derer, die solche Strukturen vermeiden, ist mit 1,7 Prozent bei der jüngsten Auswertung nochmals gefallen und verschwindend gering. Dafür ist die Anzahl der Unternehmen, die mit Mixed Teams gute Erfahrungen gemacht haben, höher denn je und liegt mittlerweile bei 89 Prozent. Der Anteil eigener,  fest angestellter Mitarbeiter bewegt sich unterdessen nur noch bei 54,9 Prozent und damit nochmals leicht unter dem Vorjahreswert. Doch die neuen Arbeitsstrukturen bergen auch Herausforderungen für die Unternehmen. „Damit die Professional Workforce aus Internen und Externen erfolgreich aufgestellt werden kann, ist eine gute Kooperation von Personalabteilungen, Fachabteilungen und Einkauf notwendig“, so Thomas Götzfried. „Den meisten Unternehmen fehlt erfahrungsgemäß jedoch das hierfür erforderliche Steuerungselement. Schon heute sind daher Dienstleister gefragt, die einen integrierten Ansatz verfolgen, alle Personalbedarfe im Unternehmen übergreifend aus einer Hand bedienen können und dabei sowohl den gesetzlichen als auch den unternehmensspezifischen Compliance-Anforderungen gerecht werden.“

Gesetzliche Voraussetzungen trüben das Bild
Die nach wie vor bestehende gesetzliche Unsicherheit führt bei rund 13 Prozent der Unternehmen dazu, dass sie teilweise auf den Einsatz externer IT-Fachkräfte verzichten. Auch die IT-Selbstständigen  sehen gesetzliche Regelungen weiterhin als größte Herausforderung. 40,3 Prozent von ihnen haben schon Aufträge nicht erhalten, weil der Aufraggeber die rechtliche Situation als zu unsicher empfand. Auch deshalb spielen für Unternehmen Personalvermittler eine immer wichtigere Rolle. Insbesondere die fachliche Kompetenz des Ansprechpartners beim Vermittler wird bei der Auftragsvergabe immer mehr zum ausschlaggebenden Kriterium, wie 44 Prozent der Befragten (eine Steigerung von 9 Prozent im Jahresvergleich) bestätigten. Ein Faktor, der auch für Freiberufler eine große Rolle spielt, deren Zufriedenheit mit Personaldienstleistern und Vermittlern im Vorjahresvergleich nochmals gestiegen ist.

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